| Reszel ist eine von jenen wenigen Städten im Ermland, wo nicht allein zahlreiche historische Gebäude erhalten geblieben sind, sondern selbst die mittelalterliche Gestaltung nicht zu übersehen ist. 1241 hat der Deutsche Orden die prussische Burg Resl erobert und auf deren Brandstätte eine Warte errichtet. Zwei Jahre später sprach der Papst diese Region den ermländischen Bischöfen zu. Ende des 13. Jahrhunderts ist an der Warte eine Siedlung entstanden, der Bischof Hermann von Prag 1337 die Stadtrechte verlieh. Derselbe Bischof begann 1348
den Bau der Peter-Paul-Kirche. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Stadt durch eine Mauer mit drei Toren - dem Hohen-, Königsberger- und dem Fischertor umringt. Daran wurde die steinerne Brücke über das Tal der Iser (heute Sajna) errichtet. Nach Braniewo (Braunsberg) und Lidzbark Warmiński (Heilsberg) war Reszel die drittgrößte Stadt im Ermland. Kraft des Thorner Vertrages von 1466 kam das bischöfliche Ermland unter den Schutz der polnischen Könige. Zur Hälfte des 17. Jahrhunderts erlaubte der Wohlstand der Bürger, sich von der bischöflichen Herrschaft loszulösen und ab 1655 wurde Reszel vom Stadtrat mit einem Bürgermeister an der Spitze verwaltete. |  |